Zum ersten Mal auf einem Golfplatz abzuschlagen, den man noch nie gespielt hat, gehört zu den großen Herausforderungen im Golf. Gleichzeitig kann genau das auch ein Vorteil sein: Es gibt keine negativen Erinnerungen an frühere Fehlschläge, schwierige Bahnen oder versteckte Gefahren.
Laut Magnus Andersson, Golfstore-Pro im schwedischen Växjö Golfklubb, kann das manchmal dazu führen, dass Erstbesucher freier spielen als erwartet.
– Sie wissen nicht, wo die Schwierigkeiten liegen, und müssen deshalb keine Angst haben. Sie sehen, dass es leicht nach links hängt, und schlagen den Ball einfach raus, um danach festzustellen: „Oh, links von meinem Ball war Wasser.“ Mental hatten sie die Gefahr gar nicht im Kopf und konnten deshalb frei schwingen, erklärt Magnus.
Aber die Hindernisse einfach auszublenden, ist auf Dauer keine funktionierende Strategie. Wer einen neuen Platz smart spielen möchte, sollte Entscheidungen vereinfachen und sich auf die Bereiche konzentrieren, die tatsächlich sichtbar sind. Ein guter Ansatz: die Fahne gedanklich ausblenden.
– Wenn sie die Fahnenposition ignorieren und einfach zur Mitte des Grüns spielen würden, würden die meisten wahrscheinlich besser spielen. Denn so bringt man die Schwierigkeiten gar nicht erst ins Spiel. Wenn ich die Mitte des Grüns wähle, habe ich selten einen schwierigen nächsten Schlag. Klar, ich habe vielleicht einen längeren Putt, aber ich putte wenigstens, anstatt wegen Wasser droppen zu müssen.
Spiele nach dem, was du weißt
Wenn du einen Platz zum ersten Mal spielst, sind Birdiebook oder GPS-Uhr wichtige Hilfsmittel. Gleichzeitig gibt es Dinge, die sie nicht vollständig zeigen können: wie hart das Grün wirklich ist, wie stark das Fairway tatsächlich fällt oder ob eine „False Front“ den Ball zurückrollen lässt.
– Manche Dinge müssen wir erlebt haben, um daraus zu lernen. Aber wenn man klar definiert, was man tun will, und sich möglichst eindeutige Ziele setzt, schafft man die besten Voraussetzungen. Wenn der Ball dann doch im Rough landet, weil das Fairway stärker abfällt als gedacht, dann ist das etwas, das man vorher nicht wissen konnte. Das Ergebnis wird in der Regel trotzdem ziemlich gut. Kleine Ziele, kleine Fehler – und solange der Prozess stimmt, passt meistens auch das Resultat.
Und wie Magnus es zusammenfasst:
– Eine schlechte Entscheidung ist besser als gar keine Entscheidung.
Die 3 Tipps von Magnus Andersson für die erste Runde auf einem neuen Platz
1. Auf die Grünmitte zielen
Der einfachste Weg, große Fehler zu vermeiden, ist aufzuhören, die Fahne anzugreifen. Wenn du auf die Mitte des Grüns spielst, verringerst du das Risiko, in versteckten Bunkern, Wasserhindernissen oder anderen schwierigen Lagen zu landen. Ein längerer Putt ist oft die bessere Alternative zu einem schwierigen Chip – oder sogar einem Strafschlag.
2. Sammle so viele Informationen wie möglich
Bevor du schlägst, nimm alles auf, was du tatsächlich beurteilen kannst: Distanzen, Wind, Hindernisse, Neigungen und die Bereiche vor dem Grün. Magnus spricht davon, die Entscheidung in einer „Think Box“ hinter dem Ball zu treffen. Wenn du anschließend in deine „Play Box“ am Ball trittst, solltest du bereits genau wissen, was du tun willst. Zweifelst du? Dann geh zurück und beginne den Prozess erneut.
3. Bewerte den Fehler – wo ist es „safe“?
Frage dich, von wo aus der nächste Schlag am einfachsten wird. Wenn der Laser 70 Meter bis zur Fahne zeigt, aber vor dem Grün Wasser lauert, können 75 oder 80 Meter die deutlich klügere Wahl sein.
Wie Magnus sagt:
– 68 Meter können katastrophal sein, aber 75 sind safe.
Einen neuen Platz zu spielen bedeutet nicht, sofort alle Antworten zu haben. Es geht darum, klare Entscheidungen zu treffen, kluge Ziele zu wählen und zu akzeptieren, dass man nicht alles wissen kann. Wenn du das schaffst, gibst du dir selbst bessere Chancen – schon bei deiner ersten Runde auf dem Platz.
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